Gezielt fotografieren

Gezielt fotografieren – Schritt 1 für bessere Fotos

Wie ich bereits schrieb, wende ich vier Schritte an, um bessere Fotos zu erhalten. Schritt 1 ist „gezielt fotografieren“. In diesem Artikel möchte ich Euch zeigen, was ich bei diesem Schritt genau mache und was ich mit gezielt fotografieren in der Natur- und Landschaftsfotografie meine.

Gezielt fotografieren - Perspektive nutzen auf Augenhöhe wirken Tiere ganz anders
Gezielt fotografieren ist in der Natur- und Landschaftsfotografie nicht immer leicht, aber man kann lernen, gezielter zu fotografieren. Bei meinen Fotos verfolge ich stets das Motto: „Was bei der Aufnahme schon stimmt, spart Arbeit bei der Nachbearbeitung„. Ich versuche also im ersten Schritt darauf zu achten, das Foto nach Möglichkeit schon so aufzunehmen, wie ich es mir gedanklich vorstelle. Denn der Unterschied zwischen einfach drauf losknipsen und richtig fotografieren ist der künstlerische Gedanke hinter dem Foto. So wie ein Komponist einzelne Instrumente und Töne zu einem klangvollem Gesamtwerk zusammenfügt, arrangiert ein Fotograf einzelne Elemente im Foto so, dass das Foto stimmig wirkt und nett anzusehen ist. Deswegen spricht man von der Bildkomposition.

Die perfekte Bildkomposition direkt bei der Aufnahme festzulegen, ist in der Natur- und Landschaftsfotografie nicht immer leicht. Besonders bei Tierfotos ist es nicht immer leicht, das Bild perfekt aufzubauen. Dennoch versuche ich bei der Aufnahme so weit wie möglich an meine Idealvorstellung heran zu kommen. Das schönste Motiv wirkt langweilig und dahin geklatscht, wenn die Bildkomposition nicht stimmt.

Gezielt fotografieren - Auf die Bildkomposition achten, Blicke durch Linien führen
Spielt also mit verschiedenen Perspektiven wie ich es z.B. in dem Artikel über die Pilzfotografie bereits erklärt habe. Pilze wirken interessanter, wenn sie nicht von oben fotografiert werden. Tierfotos wirken z.B. ganz anders, wenn man sich auf Augenhöhe der Tiere begibt. Versucht außerdem den goldenen Schnitt zu beachten. Platziert interessante Bildelemente auf Kreuzpunkte, verwendet Linien als Blickführung, wie z.B. bei dem Eisvogel in meinem Beispiel rechts zu sehen. Lasst den Blick der Tiere die Ausrichtung bestimmen. Blickt das Tier z.B. nach links, lasst auf der linken Seite im Foto mehr Platz, dies sorgt dafür, dass das Foto stimmiger wirkt und den Blick des Betrachters leitet.

Ihr könnt die Bildkomposition in der Nachbearbeitung noch etwas korrigieren, aber achtet am Besten darauf, dass die grobe Komposition schon während der Aufnahme stimmt. Es ist nicht immer einfach, alles schon während der Aufnahme zu beachten, aber dieser fotografische Blick lässt sich schulen und mit der Zeit wird es Euch immer leichter Fallen und es wird Euch in Fleisch und Blut übergehen.

Gezielt fotografieren - Mit dem Schärfenverlauf spielen, Wichtige Elemente mit Schärfe herausstellen
Die schönste Bildkomposition nützt Euch leider nichts, wenn die Schärfe nicht stimmt. Auch hier kann man in der Nachbearbeitung noch etwas retten, aber die Möglichkeiten sind begrenzt. Leicht unscharfe oder minimal verwackelte Fotos kann man dank Photoshop noch retten, liegt der Fokus jedoch komplett falsch oder ist das Foto stark verwackelt, lässt sich nichts mehr retten. Einen großen Anteil an der Schärfe hat das Objektiv. Hochwertige und teurere Objektive haben schon ihre Daseinsberechtigung. Diese Objektive sind besonders vergütet, komplex gerechnet und weisen minimale Fertigungstoleranzen auf. All diese Eigenschaften sorgen dafür, dass diese Objektive höher auflösen und somit mehr Schärfe ins Foto bringen.

Spielt mit dem Schärfeverlauf und den scharfen und unscharfen Anteilen im Foto. Durch den gezielten Einsatz von Schärfe und Unschärfe, kann man zusätzlich zur Bildkomposition den Blick des Betrachters auf die wichtigen Teile im Foto lenken. Bei der Blüte oben links sieht man sehr schön, dass der Blick des Betrachters durch das Spiel mit Schärfe und Unschärfe auf die Blütenstempel gelenkt wird.

Zu guter Letzt fehlt im Schritt gezielt fotografieren nur noch eine Komponente. Komposition und Schärfe können noch so perfekt sein, wenn das Licht nicht stimmt, ist das Foto ruiniert. Achtet darauf, dass Eure Fotos ausgewogen belichtet sind. Kleinere Fehler in der Belichtung kann man in der Nachbearbeitung retten, jedoch immer zu Lasten der Bildqualität. Ist ein Foto zu stark überbelichtet, brennen Details aus und sind verloren. Ist ein Foto zu stark unterbelichtet, verlieren die Tiefen an Details.

Gezielt fotografieren - Lichtstimmung perfekt ausnutzen
Aber nicht nur die korrekte Belichtung ist wichtig, nutzt auch bestimmt Lichtstimmungen aus. Fotografiert bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Oder fotografiert mal in der so genannten blauen Stunde. Auch Bewölkung oder leichter Nebel kann eine interessante Lichtstimmung verursachen. Das Licht wirkt dann nicht so hart, sondern sehr weich, wie durch eine Softbox. Bei dem Foto des Baumstammes im Wald passte alles perfekt zusammen. Die Bildkomposition ist in dem Beispiel schön symmetrisch, die Schärfe sitzt auf den Punkt genau auf dem Baumstamm, der Hintergrund verschwindet schön in der Unschärfe und die Morgensonne gepaart mit dem leichten Dunst sorgt für die tolle Lichtstimmung.

Damit Ihr nicht die Übersicht verliert und den Schritt gezielt fotografieren auch gut anwenden könnt, habe ich Euch hier noch einmal eine Auflistung zusammengestellt, was Ihr bei diesem Schritt beachten solltet:

  1. Verschiedene Perspektiven nutzen
  2. Bildaufbau und goldenen Schnitt beachten
  3. Auf die richtige Schärfe achten
  4. Mit Schärfe und Unschärfe spielen
  5. Richtig belichten
  6. Lichtstimmung nutzen

Ihr seht, gezielt fotografieren ist gar nicht so schwer. Beachtet Ihr diese Punkte, werdet Ihr mit besseren Fotos belohnt werden. Ich werde demnächst noch weiter auf die oben genannten Punkte in einzelnen Artikeln eingehen. Im nächsten Artikel geht es allerdings erst einmal um Schritt 2 für bessere Fotos. Ich werde Euch erklären, wie Ihr Eure Fotos am Besten aussortiert und mit System auf Euren Computer übertragen könnt.

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