Fotos bearbeiten - Schritt 4 für bessere Fotos

Fotos bearbeiten – Schritt 4 für bessere Fotos

Um die vier einfachen Schritte für bessere Fotos abzuschließen fehlt noch Schritt 4 – Fotos bearbeiten. Nachdem ich Euch in Schritt 1 erklärt habe, wie Ihr bereits bei der Aufnahme bessere Fotos erhaltet und in Schritt 2 und Schritt 3 erklärt habe, wie Ihr Eure Fotos am Besten aussortiert, übertragt und ordnet, möchte ich Euch in diesem Artikel erklären, wie Ihr Eure Fotos am besten bearbeitet.

Fotos bearbeiten
Die Bildbearbeitung ist der letzte Feinschliff für Eure Fotos. In diesem Schritt könnt Ihr Eure Fotos noch einmal enorm aufwerten, oder komplett ruinieren. Aber warum sollte man seine Fotos bearbeiten und wie macht man dies am Besten? Ich lese immer wieder in diversen Foren und auf Facebook, dass einige eine Abneigung gegen das Bearbeiten von Fotos haben. Die häufigsten Argumente sind immer wieder, dass es zu Zeitaufwendig ist, dass man es den Bildern ansieht und dass die Bearbeitung die Realität verfälscht. Ich kann diese Argumente überhaupt nicht nachvollziehen, da keine einzige Digitalkamera die Fotos so wiedergibt, wie sie in der Realität sind. Jede Kamera ganz egal, ob Kompaktkamera oder DSLR bearbeitet die Fotos intern, bevor die Bilddatei auf der Speicherkarte landet.

Ich kann nur jedem raten, bearbeitet Eure Fotos. Mit den richtigen Schritten und mit den richtigen Programmen ist es kinderleicht, schnell erledigt und wertet Eure Fotos noch einmal enorm auf. Um Eure Fotos optimal zu bearbeiten, solltet Ihr im RAW-Format aufnehmen. Das RAW-Format ist im Prinzip ein digitales Negativ. In dieser Bilddatei sind nur die Rohdaten des Bildsensors enthalten. Im Gegensatz zu einer abgeschlossenen Bilddatei wie z.B. dem .jpeg-Format habt Ihr mit dem RAW-Format den Vorteil, dass Ihr Eure Fotos bearbeiten könnt, ohne dass hässliche Artefakte auftreten. Außerdem bietet das RAW-Format eine Farbtiefe von bis zu 14 bit (16.384 Abstufungen pro Farbkanal) im Gegensatz zu lediglich 8 bit (256 Abstufungen pro Farbkanal) bei .jpeg.

Fotos bearbeiten - Adobe Lightroom
Die Wahl des richtigen Programmes für die Bildbearbeitung ist letztendlich Geschmacksache. Ich persönlich verwende Adobe Lightroom und kann dieses Programm uneingeschränkt jedem empfehlen. Lightroom nimmt Euch viel Arbeit ab und unterstützt Euch mit einer einfachen Bedienoberfläche und einem enormen Funktionsumfang. In den letzten Jahren ist Lightroom enorm gewachsen und kann für 95% der nötigen Arbeiten verwendet werden. Nur für einige kleine Spezialaufgaben benötigt man noch andere Software, wie z.B. Adobe Photoshop. Auch hier bietet Lightroom einen großen Vorteil. Die meisten Programme verknüpfen sich nämlich mit Lightroom. Dadurch erhaltet Ihr den Vorteil, dass Ihr mit einem einfachen Klick im Kontextmenü Eure Fotos von Lightroom in ein anderes Programm übergeben könnt.

Wie gehe ich nun letztendlich meine Bildbearbeitung an? Wer hier nun ein Universalrezept erwartet, den muss ich enttäuschen. Fotos können so unterschiedlich sein, dass ich Euch einfach keinen Vorschlag machen kann, der auf alle Fotos passt. Dennoch möchte ich Euch einen Einblick in meine Methoden zur Bildbearbeitung geben und Euch anregen selbst einmal an den Reglern zu drehen.

Fotos bearbeiten - Störende Elemente wegstempeln
Die Auswahl der Fotos, die letztendlich würdig sind bearbeitet zu werden, habe ich bereits in Schritt 2 und Schritt 3 getroffen. Wenn ich ein Foto bearbeite fange ich immer damit an mir das Foto genauer anzusehen, ob etwas störendes im Foto zu finden ist. Dies kann bei einer Landschaftsaufnahme z.B. ein Vogel sein, der durchs Bild fliegt. Diese kleineren Unschönheiten korrigiere ich mit dem Bereichsreparatur-Werkzeug (2. Werkzeug in der Werkzeugleiste) von Lightroom. Der Nächste Schritt ist die Objektivkorrektur. Mit dieser Einstellung kann man Bildverformung, Vignettierung und Chromatische Aberrationen aus dem Bild entfernen. Lightroom verfügt über eine sehr mächtige Datenbank an unterschiedlichsten Objektiven und korrigiert diese Bildfehler, die durch die Objektive verursacht werden automatisch.

Nachdem diese Unschönheiten korrigiert sind kümmere ich mich als Nächstes um den finalen Bildausschnitt. Dazu wähle ich das Freistellungs-Werkzeug (1. Werkzeug in der Werkzeugleiste) aus. Den groben Bildausschnitt habe ich ja bereits in Schritt 1 versucht weitestgehend festzulegen. Ich versuche dabei, wie in Schritt 1 bereits erklärt, den Bildausschnitt interessant zu gestalten.

Fotos bearbeiten - Belichtung in Lightroom einstellen
Nun geht es darum das Foto noch interessanter zu machen. Dazu versuche ich mehr Dynamik und mehr Kontraste in das Foto zu bringen. Dazu passe ich die Regler für Belichtung, Lichter, Tiefen, Weiß und Schwarz soweit an, bis ich eine ausgewogene Belichtung habe. Ich versuche dabei abgesoffene Tiefen und ausgebrannte Lichter zu retten. Dabei schaue ich immer wieder auf das Histogramm, was mir dabei hilft, die Belichtung korrekt festzulegen. Nach der Belichtung schaue ich mir den Weißabgleich an und korrigiere ihn gegebenen Falls. Für ein knackigeres Bild ziehe ich gerne die Klarheit etwas hoch. Die Klarheit sorgt für mehr Kontrast an den Kanten und lässt das Foto dadurch schärfer und knackiger aussehen.

Bei manchen Fotos drehe ich noch ein wenig an den Reglern für Farbton, Sättigung und Luminanz der einzelnen Farbkanäle. Diese Korrekturen sind jedoch nicht immer nötig und meistens für spezielle Fälle vorgesehen. Was ich auf jeden Fall noch bei jedem Foto bearbeite sind die Details. Ich versuche ein Wenig das Bildrauschen zu reduzieren und schärfe das Foto etwas nach.

Damit ist meine Bildbearbeitung auch schon beendet. Wer jetzt glaubt, dass all diese Korrekturen viel Zeit in Anspruch nehmen, den kann ich beruhigen. Für ein Foto benötige ich in etwa fünf, maximal zehn Minuten. Diese Zeit nehme ich mir einfach, da ich dadurch nochmal deutlich bessere Fotos erhalte. Damit Ihr nicht die Übersicht verliert, habe ich Euch hier noch einmal meine Schritte für die Bearbeitung zusammengefasst:

  1. Störende Bildelemente wegstempeln
  2. Objektivfehler korrigieren
  3. Finalen Bildausschnitt festlegen
  4. Belichtung anpassen
  5. Kontrast und Dynamik steigern
  6. Weißabgleich korrigieren
  7. Farben anpassen
  8. Rauschen reduzieren
  9. Foto nachschärfen

Ihr seht Fotos bearbeiten ist kein Hexenwerk und ein entscheidender Schlüssel in den vier Schritten für bessere Fotos. Ich kann Euch nur empfehlen Eure Fotos zu bearbeiten. Fotos bearbeiten ist nicht lästig, sondern mach viel Spaß und wertet Eure Fotos definitiv auf. In den nächsten Artikeln werde ich noch ein wenig genauer auf die einzelnen Punkte beim Bearbeiten eingehen. Bis dahin, viel Spaß beim Fotos bearbeiten.

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